„Das Monokel“: Lüzerath – Die umstrittene Protestaktion

In den letzten paar Tagen war in den deutschen Nachrichten nur ein Wort zu sehen: Lüzerath. Das rheinländische Dorf, in der Nähe von Köln, war einige Tage lang der Schauplatz einer Konfrontation zwischen Polizisten und Klimaaktivisten, sogar Greta Thunberg war vor Ort.

Das Dorf soll vom Energie Konzern RWE aufgrund der erheblichen Kohlevorkommen abgebaggert werden. Einwohner hat das kleine Dorf zwar keine mehr, aber einige Klimaaktivisten hielten sich, bis vor ein paar Tagen, in selbst gebauten Baumhäusern dort auf.

Die Protestaktion begann früh am Morgen und die Aktivisten kamen massenweise in Bussen an, um in das Dorf zu gelangen und um den weiteren Abbau von Kohle zu verhindern.

Zu Beginn wurden zwischen Polizisten und Demonstranten nur Worte ausgetauscht, aber die Situation eskalierte schnell – es wurde mit Schlamm geworfen und Schlagstöcke eingesetzt. Es gab sogar Berichte von Gehirnerschütterungen.

Die Aktivistin Greta Thunberg machte es sich auf der Abbruchkante vom Tagebau gemütlich, was dazu führte, dass sie von einer Gruppe Polizisten weggetragen wurde, nicht zu übersehen war ihr verschmitzter Gesichtsausdruck in den Aufnahmen.

Am Ende der zweitägigen Protestaktion wurden alle Demonstranten vom Gelände vertrieben. Dies kostete die Polizei Unmengen an Einsatzkräften und Nerven – es bleibt die Frage: „Was hat diese Aktion gebracht? “

Der Tagebau schreitet zwar fort, aber die ganze Welt wurde darauf aufmerksam gemacht, wie prekär die Lage des Klimawandels geworden ist und dass Schutzmaßnahmen dringend nötig sind.

 

von Lila Lagune & Cleo Tartin


„Das Monokel“: Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Am 27. Januar wird der internationale Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus (oder Holocaust-Gedenktag, International Holocaust Memorial Day) begangen. Anlass dafür ist die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau am selben Tag im Jahr 1945 durch die Rote Armee.

1933 übernahm die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) die Macht in Deutschland. Die Nationalsozialisten begannen sofort mit der Umsetzung ihrer politischen Ziele und errichteten eine Diktatur. Mithilfe von antisemitischer Propaganda wurde es möglich, Gesetze zu verabschieden, welche die Menschenrechte der jüdischen Minderheit und weiterer Gruppen außer Kraft setzten. Eine Mehrheit der Deutschen unterstützte die Diskriminierung, die zunehmend in staatlichen Terror und Massenmord überging.

Das NS-Regime hatte die Jüdinnen und Juden zu „Todfeinden der deutschen Rasse“ erklärt. Zufolge dieser Ideologie ließe sich die Menschheit in „Rassen“ einteilen, in der einige den anderen überlegen seien. Die Nazis sahen die Juden als eine Bedrohung an, die bekämpft werden müsse. Sie sprachen verharmlosend von der „Endlösung der Judenfrage“.

Als „Holocaust“ bezeichnet man die Verfolgung, Ghettoisierung* und insbesondere die Massenvernichtung der Juden in Deutschland und Europa. Alternativ hat sich auch das hebräische Wort „Shoah“ etabliert, was „Katastrophe“ bedeutet.

Zu vergessen sind aber auch nicht die weiteren Opfer im von Deutschland während des Zweiten Weltkriegs besetzten Europa. Auch bis zu 500.000 Angehörige der ethnischen Minderheiten Sinti und Roma wurden durch das NS-Regime verfolgt und in polnische Konzentrationslager deportiert, da sie als „minderwertige Rassen“ und „Zigeuner“ mit kriminellen Gewohnheiten galten. Für den Genozid an den Sinti und Roma wird der Begriff „Porajmos“ gebraucht – hierfür wird auch noch ein eigener Gedenktag am 2. August begangen. Noch heute verlangen sie Anerkennung für die erlittene Gewalt und Kompensation für ihren geplünderten Besitz, da diskriminierende Rechtsvorschriften auch nach dem Zweiten Weltkrieg in Kraft blieben: ein Gerichtsurteil aus den 1950er Jahren in Deutschland nannte die Sinti und Roma „eine Landpest in westlichen zivilisierten Nationen“. Dies zeigt auch, dass in Westdeutschland nach dem Krieg viele ehemalige Nationalsozialisten in führenden Positionen der Verwaltung geduldet wurden. Erst im Mai 2015 hat sich der deutsche Bundesgerichtshof endgültig von diesen Urteilen distanziert.

Weitere Opfer waren ca. 3,3 Millionen sowjetische Soldaten, die im Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion getötet wurden. Auch Polen und Polinnen galten als „slawische Untermenschen“ und wurden während der brutalen Besetzung Polens getötet oder inhaftiert.

Geistig und/oder körperlich behinderte Menschen galten als „genetisch defekt“ und somit als eine für die deutsche „Rasse“ biologische Bedrohung, da sie auch als eine finanzielle Belastung für den Deutschen Staat angesehen wurden. Über 250.000 Menschen wurden deswegen in Vernichtungslagern ermordet oder sterilisiert.

Weitere Opfergruppen waren Homosexuelle, sogenannte „Asoziale“* und religiöse Minderheiten wie die Zeugen Jehovas, die ebenfalls in Konzentrationslager deportiert wurden.

Eins der Ziele für die Einführung des internationalen Holocaust-Gedenktag ist es, Menschen über die entsetzliche Seite der Geschichte Europas zu informieren und die Opfer zu ehren. Hoffentlich hilft euch dieser Artikel, eine bessere Vorstellung davon zu erhalten, wer unter der nationalsozialistischen Herrschaft litt.

 

*Worterklärungen:

Die Ghettoisierung: abgesonderte Wohnbezirke, die jüdische von nicht-jüdischen Menschen trennen sollten; die Lebensbedingungen waren entsetzlich.

„Asoziale“: Menschen, die nicht der sozialen „Norm“ entsprachen

 

Quellen:

https://lordslibrary.parliament.uk/international-holocaust-memorial-day-2023/

https://www.hmd.org.uk/what-is-holocaust-memorial-day/this-years-theme/

https://www.hmd.org.uk/news/roma-communitys-long-battle-public-recognition/

https://encyclopedia.ushmm.org/content/de/article/mosaic-of-victims-an-overview

https://encyclopedia.ushmm.org/content/de/article/ghettoshttps://www.planet-wissen.de/kultur/voelker/sinti_und_roma_in_deutschland/index.html

https://www.tagesschau.de/inland/faq-sinti-roma-101.html

https://www.hanisauland.de/wissen/kalender-allgemein/kalender/holocaust-gedenktag.html

 


„Das Monokel“: Die brasilianischen Wahlen- Ein korrupter Präsident?

Vorletzte Woche kam es zu beängstigenden Szenen im brasilianischen Regierungsviertel in Brasília, als Anhänger des abgewählten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro dort in Gebäude eindrangen und für massive Zerstörung sorgten.

Doch welche politischen Konflikte stehen dahinter? In welcher politischen Lage befindet sich Brasilien?

 

Am 30.Oktober 2022 wurde der Vertreter der linken Arbeiterpartei, Lula Inácio da Silva, in der zweiten Runde der brasilianischen Präsidentschaftswahlen knapp gewählt. Zwischen ihm und dem konservativen rechtsorientierten Jair Bolsonaro gab es nur 1,6 Prozent Punkte Unterschied. Es stellt sich die Frage, warum jemand, der aufgrund von Korruptionsvorwürfen im Gefängnis war, noch einmal von der brasilianischen Wählerschaft ausgesucht wurde, um das Land durch turbulente Zeiten zu führen.

Lula, wie er von seinen Unterstützern genannt wird, begann seine politische Karriere als Gewerkschaftsmitglied in den 80ern in einer Stahlfabrik. Er führte Massenproteste während der militärischen Diktatur an und kämpfte somit für das Recht auf Demokratie.

2002 wurde er nach drei gescheiterten Versuchen zum ersten Mal zum Präsidenten Brasiliens gewählt. Seine Zeit im Amt war geprägt von seinen sozialistischen Reformen, wie zum Beispiel die „Bolsa Família“ welche ein Programm war, das armen Haushalten die Möglichkeit gab, staatliche Hilfsgelder zu bekommen. Die Bedingung für diese Hilfsgelder war, dass die Kinder in der Schule blieben und sie zum Impfen angemeldet wurden.

Die „Bolsa Família“ war einer der Gründe, warum Lulas Zustimmungsrate während seiner Amtszeit über 60 Prozent lag und das Bruttoinlandsprodukt vorherige Rekorde brach. Ein wahrer politischer Erfolg, der dazu führte, dass er von Barack Obama als der beliebteste Politiker der Welt beschrieben wurde.

Die Schattenseiten seiner Amtszeit waren allerdings die vermehrten Korruptionsvorwürfe gegen ihn und seine Parteimitglieder.

Im Jahr 2014 ergab eine staatliche Ermittlung, dass Mitglieder der Arbeiterpartei Bestechungsgelder der Öl- Firma „Petrobras“ angenommen hatten. Es gab Verfahren gegen mehrere bekannten Politiker, darunter auch der ehemalige Präsident Lula da Silva. Er wurde 2017 zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt, behielt aber dennoch seine Beliebtheit und löste sogar Protest-Aktionen für seine Freilassung aus.

Lula ist und bleibt einer der umstrittensten, aber auch populärsten und zielstrebigsten Politiker und man kann nur hoffen, dass er von seinen vergangenen Fehlern gelernt hat und während seiner neuen Amtszeit weitere soziale Reformen vornehmen wird.

 

von Cleo Tartin

 


„Das Monokel“: Der Deutsch-Französische Tag am 20. Januar

Wie üblich findet auch in diesem Jahr der Deutsch-Französische Tag statt, der von der Französisch-Fachschaft organisiert wird und für die 11. Klassen gedacht ist.

Das Ziel dieser Veranstaltung ist es, die Beziehung zwischen der Deutschen und der Französischen Schule (Lycée français Charles Lepierre) zu stärken und Freundschaften zwischen Schüler*innen zu pflegen. Die französischen Schüler*innen besuchen an ihrer Schule einen Deutsch-Kurs als Fremdsprache genauso wie die deutschen Schüler*innen einen Französisch-Kurs belegen.

Der Deutsch-Französische Tag wird um 8 Uhr 45 mit einem traditionellen deutschen Frühstück beginnen, welches natürlich Brezeln enthalten wird. Anschließend werden zuvor festgelegte Gruppen den französischen Besucher*innen das Schulgelände zeigen und gemeinsam ein künstlerisches Atelier besuchen. Das Thema des Ateliers wird zusammenhängen mit im Unterricht besprochenen Themen, wie zum Beispiel Immigration und kultureller Diversität.

Das Ziel dieses Projekts wird es sein, eines dieser Themen zu verbildlichen und visuell darzustellen, sodass am Ende eine Collage von Bildern verschiedenster Personen, die immigriert sind, entsteht.

Im Anschluss an diese künstlerische Zwischeneinheit wird zusammen zu Mittag gegessen. Später werden die Ergebnisse in großer Runde in der Aula besprochen.

Somit wird der Deutsch-Französische Tag zu einem Ende kommen und hoffentlich allen etwas beigebracht haben, sodass wir uns in der Zukunft auf mehr Veranstaltung wie diese freuen können.


„Das Monokel“: Feueralarm – Gibt es einen Grund zur Sorge?

Erinnert ihr euch noch an den fehlerhaften Feueralarm vor einigen Wochen in der Schule?

Am 18. Oktober, zwischen der 3. und 4. Stunde, wurde ein Notfall-Alarm ausgelöst. In vielen Klassenräumen verursachte dies Panik und Verwirrung – es war schwer zu identifizieren, um welchen Alarm es sich handelte: Den für allgemeinen Notfall oder den für Evakuierung.

Es sollte ein Probealarm für ein Feuer gewesen sein, jedoch war eine Sirene mit unterbrochenem Ton zu hören, was eigentlich für einen allgemeinen Notfall steht.

Wenn ein allgemeiner Notfall geprobt wird, dann lautet die Regel: „Türen verschließen und im Klassenzimmer bleiben.“ Mehrere Klassen haben den nicht anhaltenden Ton eigentlich richtig interpretiert und sind im Klassenzimmer geblieben. Das gleiche gilt für die umgekehrte Situation: Wenn es ein Amoklauf gewesen wäre, dann wären diejenigen, die es als eine Evakuierung gedeutet haben, in Gefahr gewesen.

Laut Frau Carvalho, die für die Sicherheitsmaßnahmen und Infrastruktur verantwortlich ist, ist dieser Fehler aufgrund einer technischen Schwierigkeit passiert. In einem Interview mit dem Monokel verdeutlichte sie, dass sie schon seit zehn Jahren an ihrem Posten sei und das bisher kein Fehler passiert wäre. Obwohl viele dachten, dass kein Probealarm zuvor durchgeführt worden war, informierte uns Frau Carvalho, dass am Brückentag Anfang Oktober ein erfolgreicher Durchlauf des Systems gemacht wurde. Deswegen war die fehlerhafte Simulation auch für sie ein unerwarteter Vorfall.

Zum Zeitpunkt des Fehlers wurden sofort Maßnahmen ergriffen, um einen Plan B einzuführen. Der Alternativ-Plan bestand darin, die Lautsprecher zu nutzen anstelle des Alarmsystems. Aber leider kam es zu einer Fehlbedienung, weil nicht alle Lautsprecher aktiviert wurden.

Diese Probleme wurden aber ernst genommen und gleich am darauffolgenden Samstag von der verantwortlichen Firma analysiert und repariert und in den Herbstferien erneut getestet.

Die Sicherheitsabteilung der Schule hat hinsichtlich der Situation entschieden, dass es bald eine Erklärung geben wird zu den verschiedenen Alarmtypen, indem sie die Alarme laufen lassen, diesmal können die Schüler*innen aber im Klassenraum bleiben.

Auf Nachfrage der Redaktion, ob sich die Schüler*innen aus der Sicht der Behörden angemessen verhalten hätten, kam die Antwort, die meisten Schüler*innen seien zwar gut im Klassenverband auf den Sportplatz gegangen, hätten sich aber dort noch disziplinierter verhalten können.

So lautet unser Appell an euch: Nehmt die Situation ernst, egal ob Simulation oder nicht.

 

 


„Das Monokel“ – Die Einschränkung des Abtreibungsgesetzes und die verheerenden Folgen für die Frauen in den USA

Es ist zur gefürchteten Entscheidung des Obersten Gerichtshofs in den USA gekommen: Abtreibung ist offiziell nicht mehr verfassungsrechtlich geschützt. Und die republikanische Mehrheit des „Supreme Courts“ hat es leider geschafft, ihre Agenda durchzusetzen. Die Einschränkung des Rechtes auf Abtreibung hat bei vielen Unterstützern der Pro-Choice-Bewegung Empörung und Wut ausgelöst.

Die Einschränkung besagt, dass jeder Bundesstaat selbst über die Rahmenbedingungen einer Abtreibung oder über ihr ausnahmsloses Verbot entscheiden kann. Diese Einschränkung wurde vor ein paar Monaten, im Voraus, durch einen von der Presse veröffentlichten Urteilsentwurf bekannt gemacht.

Um die Komplexität des Problems zu verstehen, muss man sich bewusst machen, dass „Roe vs. Wade“, ein Gerichtsurteil, das 1973 gefällt wurde, das Recht auf Abtreibung bis jetzt festlegte.

Obwohl Abtreibung bis dato erlaubt war, haben viele republikanische Bundesstaaten, wie zum Beispiel Texas oder Alabama, selbst Gesetze eingeführt, die es Kliniken erschweren, Frauen bei der medikamentösen oder operativen Abtreibung beizustehen. Eine weitere Schwierigkeit für abtreibungswillige Frauen sind die verbal gewaltsamen Proteste, die vor den Kliniken stattfinden und die überwiegend von streng Gläubigen organisiert werden.

Viele republikanische Politiker argumentieren, dass die Abtreibung eine Sünde und eine Ungeheuerlichkeit sei, weil der Fötus ihrer Meinung nach schon Schmerz fühlen kann und als Person gilt. Dagegen kann man einwenden, dass der Fötus laut Medizinern erst in den letzten Monaten der Schwangerschaft wissenschaftlich als Lebewesen eingestuft werden kann und erst dann die Fähigkeit entwickelt, Schmerz zu fühlen.

Die Pro-Life-Bewegung, die die gleiche Meinung teilt wie die Republikaner, ist sich leider nicht bewusst, was für schreckliche Folgen ihr Handeln und ihre Entscheidungen haben werden.

Zum einem werden Frauen damit beginnen, Abtreibungen unter für sie gefährlichen Umständen vorzunehmen, wenn die Betroffenen selbst oder unqualifiziertes Personal diese Eingriffe wagen, da approbierte Ärzte vielfach nicht mehr dazu bereit sein werden, weil sie sich vor rechtlichen Folgen fürchten.

Zum anderen wird das schon seit vielen Jahren problematische Adoptionssystem, welches schon viele Missbrauchsskandale ermöglicht hat, überlastet werden mit einem Zufluss an „ungewollten Kindern“. Diese haben statistisch gesehen ein höheres Risiko, in kriminelle Aktivitäten verwickelt zu werden oder ernste psychische Störungen zu entwickeln.

Man muss sich tatsächlich fragen, warum die Pro-Life-Bewegung mehr Kinder in die Welt bringen möchte, und zugleich hart erkämpfte Frauenrechte zurückdrängt, wenn sie gleichzeitig nicht sicherstellt, dass diese Kinder beschützt werden und ihnen ein mit Liebe erfülltes Heim geboten wird.

Es ist eine wahre Schande, dass die Republikanische Partei eine Entscheidung getroffen hat, welche bei Vielen in den Vereinigten Staaten zu gravierenden Problemen und sehr schwierigen Entscheidungen führen wird.

Wir Frauen sind nicht so weit gekommen, um uns jetzt einen erheblichen Schritt zurückdrängen zu lassen, also nehmt dies als Aufforderung, andere auf den Ernst der Lage aufmerksam zu machen und selbst darüber zu reflektieren, was diese Gesetzeslage in anderen Ländern auslösen könnte. Es kann nicht zugelassen werden, dass Frauenrechte so erheblich eingeschränkt werden.

 

Von Cleo Tartin


„Das Monokel“: Die Geschichte des Oktoberfests und des Dirndls

Das Oktoberfest – Was steckt dahinter?

Habt ihr euch schon einmal gefragt, was hinter dem Oktoberfest steckt? Lederhosen, Maßkrüge voll Bier, deftige Speisen und Lebkuchenherzen; hinter dem Oktoberfest steckt jedoch einiges mehr als das.

Das Ganze begann im Jahre 1810. Es stand die Hochzeit von dem damaligen, bayrischen Kronprinzen Ludwig an. Er heiratete die Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Es sollte ein ganz besonderes Fest werden, welches eine ganze Woche andauern sollte. Die Hochzeit fand dann am 12. Oktober 1810 auf einer Wiese vor München statt. Es wurden viele deftige Speisen gegessen und Bier getrunken. Am letzten Tag, den 17. Oktober, gab es auf der Wiese ein episches Pferderennen. Zu Ehren der Braut heißt diese Wiese heutzutage „Theresienwiese“. Aber warum ist das Oktoberfest danach nicht einfach vergessen worden?
Das liegt daran, dass bei dem ersten Oktoberfest die Bauern ihre Ware verkaufen durften, was für sie sehr gut war. Auf dem Fest verkauften sie sehr viel. Man hielt den Brauch also vor allem für die Bauern aufrecht. Das Oktoberfest wurde immer beliebter, bis es schließlich zu einem Fest wie dem heutigen wurde. Im 19. Jahrhundert gab es eine Änderung: Das Oktoberfest wurde vorverlegt, da Mitte bis Ende September oft noch besseres Wetter war. Man wollte sichergehen, dass während des Festes gutes Wetter herrscht. Das Oktoberfest in München endet daher jedes Jahr am ersten Sonntag im Oktober.

Zusammengefasst: Es ist schön, dass dieser Brauch noch erhalten ist, aber ich fürchte, dass den meisten Besuchern, welche heute auf ein Oktoberfest gehen, gar nicht bewusst ist, weshalb sie überhaupt feiern. Ich hoffe, ich konnte das ein Stück weit ändern.

Mehr dazu hier.

 

Von lilalagune

 

Die Geschichte des Dirndls

Heutzutage ist ein Dirndl für das Oktoberfest oder andere Volksfeste in Bayern nahezu ein ‚must-have‘. Doch woher stammt eigentlich diese Tradition?

Am Ende des 19. Jahrhunderts wurden, auf Anlass des damaligen bayerischen Königs, die ersten Trachten- und Heimatvereine gegründet, in welchem Zuge auch das Dirndl entstanden ist. Es gab zu dieser Zeit zwar schon Dirndlgewänder, jedoch waren sie die Kleidung der Mägde (früher auch „Dirnen“ genannt). Weil aber die Damen der Stadt um die Jahrhundertwende das in Wirklichkeit harte Landleben romantisierten, haben sie die einfachen Trachtenkleider als modische Sommerkleider adaptiert.

Leider endet die Geschichte der heutigen Dirndl nicht hier, denn für einige Zeit waren sie auch ein Zeichen des Nationalsozialismus. Es sollte nämlich ein Symbol für die „Arterhaltung gegenüber allem Fremden“ sein. Vor allem wurde die bis heute erhaltene Optik des Dirndls während der NS-Zeit verändert.

Vor der NS- Zeit wurde das Dirndl von zwei jüdischen Brüdern neu erfunden und luxuriöser gestaltet, aber leider ist vielen nicht bewusst, dass die heutigen Dirndl auf ihrer Idee basieren. Die zwei Brüder mussten aufgrund der antisemitischen Politik des NS-Staats emigrieren und konnten den Erfolg ihrer Erfindung erst nach dem zweiten Weltkrieg genießen. Noch gar nicht so lange her, oder?

Das Tragen eines Dirndls ist aber auch für das Vereinfachen der zwischenmenschlichen Kommunikation zuständig, denn abhängig von der Position der Schleife, kann man die Interessen der Frauen erkennen:

Rechts gebunden: Verheiratete, verlobte, vergebene oder nicht interessierte Frauen

Links gebunden: Ledige, Single-Frauen, die gerne den Richtigen oder die Richtige treffen möchten

Vorne gebunden: Kinder, junge Mädchen und Jungfrauen

Hinten gebunden: Witwen und Kellnerinnen

 

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„Das Monokel“: Bericht zur Gesprächsrunde zum Ukraine Konflikt

Rund sechs Wochen nach dem Überfall Russlands fand am 7. April 2022 in der Aula eine Gesprächsrunde zum Krieg in der Ukraine statt. Im Vorfeld konnten alle Schüler*innen ihre Fragen rund um den Konflikt einsenden, diese wurden dann von der Schüler*innenvertretung, der Politik AG und der Schulzeitung AG gesammelt und als Katalog vorbereitet, um sie schließlich den geladenen Gästen zu stellen.

Erster Experte war Herr Gerald Miebs, Schulleiter der Deutschen Schule Kiew, desweiteren Herr Dr. Andreas Ludwig vom Lehrstuhl Politikwissenshaften der KU Eichstätt-Ingolstadt sowie David Matei, Jugendoffizier der Bundeswehr. Einleitende Grußworte sprach Frau Gerhild Steinhauer von der Deutschen Botschaft Lissabon. So wurde ein breites Spektrum an Perspektiven auf den Krieg auf alle Smartboards in den Klassenräumen übertragen.

 

Nach der Vorstellung der Gäste begann die Fragerunde mit Fragen von Schüler*innenn. Das erste Fragenbündel ging an den Schulleiter der Deutschen Schule Kiew, Herrn Miebs.

Er befand sich nicht mehr in Kiew, sondern in Berlin. Zu Kriegsbeginn waren Winter- bzw. Karnevalsferien, sodass sich der Schulleiter gerade in Kairo im Urlaub befand. Von dort aus wurde er direkt nach Berlin gebracht, während er alles, was er besitzt, in Kiew lassen musste.

Glücklicherweise waren auch viele Schüler*innen im Urlaub und konnten sich somit gleich in Sicherheit bringen, während viele, die sich noch in Kiew bzw. in der Ukraine befanden, gleich zu flüchten versuchten. Oft flohen die Familien mit Bussen an die Grenzen, wo sie stunden- oder tagelang warten mussten, um das Land zu verlassen. Herr Miebs sprach von „schlimmen Situationen“.

Außerdem erfuhr man, dass es für ein paar 18-jährige Schüler Schwierigkeiten gab, aus dem Land zu fliehen, da volljährige Männer zum Bekämpfen der russischen Armee verpflichtet sind. Zum Glück konnten sie das Land doch noch verlassen, mit den Argumenten, dass sie noch nicht einmal deren ABI absolviert hatten und dass es sowieso schon viele Freiwillige gab, die mitkämpfen wollten.

Auf die Frage, ob das Schulgebäude der DS Kiew beschädigt wurde, antwortete Herr Miebs, es sei bis jetzt noch unversehrt, jedoch wurde ein Einkaufszentrum ganz in der Nähe, welches auch oft von den Lehrern*innen und Schüler*innen besucht wurde, bombardiert. Was den Unterricht betrifft, würde dieser weiterhin online durchgeführt, auch wenn aus den gegebenen Gründen nur noch ca.  40% der Schüler*innen mitmachen können, auch wenn viele als Gastschüler*Innen in anderen Deutschen Schulen untergebracht wurden.

 

Herr Matei hielt als Jugendoffizier der deutschen Bundeswehr eine gut vorbereitete Präsentation, um die Ursachen des Konflikts anschaulich darzustellen. Er erläuterte, dass der russische Präsident Vladimir Putin den Zerfall der Sowjetunion am Anfang der 1990er Jahre als größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichnet hatte und deswegen Staaten, die ehemals der Sowjetunion angehörten, die staatliche Souveränität abspricht.

Aus der Perspektive der russischen Regierung habe die NATO außerdem ihr Versprechen gebrochen, sich nicht nach Osten zu erweitern. In den 2000er Jahren waren immer mehr Staaten aus Ost- und Mitteleuropa dem Militärbündnis beigetreten. Matei betonte, dass dieses Versprechen nicht schriftlich gegeben wurde. Bereits im Jahr 2014 hatten russische Streitkräfte Teile der Ukraine besetzt, vor allem die Krim-Halbinsel. Putin gab als weiteren Grund für den Angriff an, dass die ukrainische Regierung aus Nazis bestünde.

Die Frage, wie der Krieg weitergehen würde, könnte man nicht einfach beantworten. Zum Beispiel sei die Position Chinas noch nicht eindeutig. Zu einer direkten Kriegsbeteiligung Deutschlands bzw. der NATO könnte es kommen, wenn eines der Länder des Bündnisses angegriffen werde. Aufgrund des Artikels 5 der NATO-Vereinbarungen müssen dann die verbündeten Staaten militärische Unterstützung leisten.

 

Dr. Ludwig, ein deutscher Politikwissenschaftler und Dozent der Universität Eichstätt-Ingolstadt, äußerte sich als nächstes zu verschiedenen Fragestellungen und Sorgen.

Er hob hervor, dass die Außenpolitik Deutschlands gerade eine „Zeitenwende“ erlebe, wie es Bundeskanzler Olaf Scholz formuliert hatte. Dies lasse sich hauptsächlich durch die Waffenlieferungen, Sanktionen und dem Ende der Politischen Beziehungen mit Russland begründen.

Besonders interessierte ihn die veränderte Sicherheitspolitik von bisher neutralen Staaten wie beispielsweise die der Schweiz, Schweden und Finnland. Letztere wollen nun sogar der NATO beitreten.

In Bezug auf das Krieg führende Land erklärte Dr. Ludwig, dass Russland am 16. März aus dem Europarat ausgeschlossen wurde, aufgrund von Verstößen gegen Menschenrechte, Freiheitsrechte und Demokratie. Im Europarat sollen Themen wie der Schutz der Menschenrechte diskutiert werden und er ist nicht direkt mit der Europäischen Union verbunden, weswegen ihm einige Staaten angehören, die keine EU-Mitglieder sind.

Seiner Meinung nach liegen die Wurzeln des Kriegs in der Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991Vladimir Putin und seine Bekanntschaften aus seiner Zeit im Geheimdienst wollen die damalige Macht Russlands wiederherstellen. Zu dieser Vision würden die Gebiete von Belarus und der Ukraine gehören.

Um den Krieg zu lösen, müsste man ihm die wirtschaftliche Basis entziehen, aber das Problem sei, dass Deutschland und viele andere europäische Länder auf russisches Gas angewiesen sind. Durch Diplomatie und Kommunikation würde es hoffentlich möglich sein, diesen zerstörerischen Krieg zu beenden.

 

Wir als Redaktion sind der Meinung, dass uns die Situation auf unkomplizierte Weise erklärt wurde und dass die eingeladenen Experten ihre Fachmeinung offen äußern konnten. 

Es war uns möglich, eine neue Sichtweise auf den Krieg zu gewinnen und selbst Stellung zur Situation zu nehmen. Natürlich ist uns bewusst, dass bestimmte Aspekte aufgrund ihrer kontroversen Natur nicht weiter diskutiert worden sind, dies ist verständlich, aber dennoch schade.  

Wir sind dankbar für die Möglichkeit, dass wir an dieser Fragerunde teilnehmen durften und fühlen uns danach viel informierter. Wir würden es willkommen heißen, wenn solche Events in der Zukunft öfters vorkommen würden.  

 

von: Redaktion „Das Monokel“

 

 


„Das Monokel“: Wer ist unsere Antirassismus-Beauftragte?

Es ist das 21. Jahrhundert und leider haben immer noch Millionen von Menschen mit Rassismus zu kämpfen. Sie werden diskriminiert und angegriffen aufgrund von bestimmten äußerlichen Merkmalen. Die neue deutsche Bundesregierung hat jetzt den ersten Schritt gemacht in eine Zukunft der Rassismusbekämpfung.

Reem Alabali-Radovan von der SPD ist Tochter irakischer Eltern und wurde vor Kurzem zur Antirassismus-Beauftragten des Bundestags berufen. Dieses Amt gab es zuvor nicht. Es wurde von SPD, FDP und den Grünen neu im Koalitionsvertrag vereinbart.

Die Politikerin hat trotz ihres jungen Alters bereits eine erstaunliche Karriere hinter sich, u.a. zog sie letztes Jahr mit einem Direktmandat in den Bundestag ein und war bis jetzt Staatsministerin für Integration.

Die Beauftragte hat vor, einen nationalen Aktionsplan gegen Rassismus einzuführen, der den Betroffenen von Rassismus Unterstützung und Zuflucht bieten wird.

Einige der Ideen, die in diesem Plan herausstechen, sind zum einem die Einrichtung eines Beratungszentrums und zum anderen die Bearbeitung sowie die Veröffentlichung von Projekten für Prävention, politische Bildung und Forschung.

Allgemein wird Alabali-Radovans Herangehensweise von ihren Kollegen gelobt und gepriesen. Bis jetzt wurde keinerlei Kritik an ihr geäußert.

Das Zitat, das am stärksten für die SPD-Politikerin spricht, ist: „Rassismus ist ein Verbrechen gegen die Menschheit“.

Diesem Zitat kann ich mich nur anschließen und eine Bitte an alle aussprechen, die diesen Artikel lesen: Informiert euch über Rassismus und habt den Mut, diejenigen anzusprechen, die die Ernsthaftigkeit der Lage nicht berücksichtigen.

Meiner Meinung nach sollte es innerhalb der portugiesischen Regierung auch eine(n) Rassismus-Beauftragte(n) geben, da Rassismus in Portugal leider immer noch ein ernsthaftes Problem ist, was u.a. mit der kolonialen Vergangenheit des Landes zusammenzuhängen scheint.

 

Von Cleo Tartin, Klasse 10


„Das Monokel“: Erste Hilfe

Eine Umfrage unter mehr als 50 Schüler*innen der DSL zeigt: Der Wunsch, in einer Notsituation helfen zu können, und die Kenntnisse in Erster Hilfe gehen weit auseinander.

 

Stell dir vor, jemand fällt in der Schule in Ohnmacht – und nur die Lehrer*innen können helfen. Ein seltsames Gefühl, oder?

Erste Hilfe: Jeder weiß, was es ist, aber nicht jeder weiß, was zu tun ist.

Uns wird erzählt, dass die Deutsche Schule Lissabon ein allgemeinbildendes Gymnasium ist, aber wie viel Allgemeinwissen wird uns hier überhaupt gelehrt?

Bei einer Umfrage in der Schule kam heraus, dass alle Befragten wissen, was Erste Hilfe ist, aber nur weniger als die Hälfte hatte richtiges Erste-Hilfe-Wissen. Ist das nicht gefährlich und auch etwas peinlich? Nicht unbedingt für die Befragten, aber auf jeden Fall für die Schule, so wie sie jetzt ist!

Unsere Schulzeit soll uns auf das Leben vorbereiten und auf die möglichen Hindernisse auf unserem Weg, und trotz alledem lernen wir hier nicht, wie man Herzdruckmassage oder Rettungsbeatmung macht.

Wenn wir einen Erste-Hilfe-Kurs machen wollen, müssen wir das privat machen – aber wäre es nicht eigentlich eine gute Idee, jedes Jahr einen Kurs in der Schule zu absolvieren?

Es muss auch nicht komplett am Stück sein, aber jedes Jahr lernt man etwas und dann im nächsten Jahr noch etwas mehr. Generell haben alle Lehrer*innen mindestens einmal einen professionellen Erste-Hilfe-Kurs gemacht. Müsste es dann nicht auch möglich sein, zwei Stunden im Jahr eine Art Erste-Hilfe-Unterricht zu haben?

Es gibt Drogenprävention, Sexualkunde und mit uns wird über Stress und Mental-Health geredet, aber wenn jemand in Ohnmacht fällt, können nur die Lehrer*innen oder die Krankenschwester helfen.

Sollte sich das nicht ändern?

 

Lotte

 


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